Ein Ring hinterlässt plötzlich einen dunklen Rand am Finger oder nach dem Tragen einer Kette zeigen sich grünliche Verfärbungen auf der Haut. Schnell entsteht die Sorge, dass mit dem Schmuckstück etwas nicht stimmt.
Doch wenn Schmuck abfärbt, bedeutet das nicht automatisch, dass er minderwertig oder unecht ist. Verschiedene Metalle, Hautkontakt und äußere Einflüsse können zu sichtbaren Verfärbungen führen.
Wir erklären, warum Schmuck grün oder schwarz abfärben kann und was Sie dagegen tun können.
Schmuckstücke bestehen häufig nicht aus einem einzigen reinen Metall. Stattdessen kommen Legierungen zum Einsatz, bei denen unterschiedliche Metalle miteinander kombiniert werden.
Diese Bestandteile können unter bestimmten Bedingungen mit Schweiß, Feuchtigkeit, Kosmetik oder anderen Stoffen reagieren. Dabei entstehen teilweise Verbindungen, die sich anschließend auf der Haut zeigen.
Wie stark diese Reaktion ausfällt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
Deshalb kann ein Schmuckstück bei einer Person sichtbare Spuren hinterlassen, während eine andere Person beim gleichen Material keinerlei Veränderungen bemerkt.
Grünliche Verfärbungen werden häufig mit kupferhaltigen Materialien in Verbindung gebracht.
Kupfer wird beispielsweise als Bestandteil verschiedener Legierungen eingesetzt. Reagiert es mit Feuchtigkeit, Schweiß oder anderen Stoffen, können sich Verbindungen bilden, die einen grünlichen Farbton besitzen.
Ein grüner Rand am Finger bedeutet daher zunächst lediglich, dass eine Reaktion zwischen Material und Umgebung stattgefunden hat.
Auch dunkle oder schwarze Verfärbungen können unterschiedliche Ursachen haben.
Silber beispielsweise kann durch chemische Reaktionen mit schwefelhaltigen Verbindungen eine dunkle Oberflächenschicht entwickeln. Diese Veränderung wird häufig als „Anlaufen“ bezeichnet.
Auch Ablagerungen aus Hautfett, Kosmetik oder anderen Substanzen können dazu beitragen, dass sich dunkle Rückstände bilden.
Grundsätzlich ist Gold ein sehr beständiges Edelmetall. Bei Schmuck handelt es sich jedoch meistens um eine Goldlegierung.
Bezeichnungen wie 333, 585 oder 750 Gold geben an, wie hoch der Feingoldanteil im jeweiligen Schmuckstück ist. Die übrigen Bestandteile bestehen aus anderen Metallen, die unter bestimmten Bedingungen reagieren können.
Deshalb sollte allein aufgrund einer Hautverfärbung nicht darauf geschlossen werden, dass ein Goldring unecht ist.
Wer Zweifel an einem älteren oder geerbten Schmuckstück hat, kann das Material professionell bestimmen lassen.
Ja, auch 925 Sterling Silber kann sich verändern und unter bestimmten Umständen dunkle Spuren hinterlassen.
Sterlingsilber besteht zu 92,5 Prozent aus Silber. Die restlichen 7,5 Prozent entfallen auf weitere Bestandteile der Legierung.
Dass Silberschmuck mit der Zeit dunkler wird, ist daher kein ungewöhnliches Phänomen und zunächst kein Hinweis auf schlechte Qualität.
Nicht immer liegt die Ursache ausschließlich beim Schmuckstück.
Kosmetikprodukte können mit Metallen oder deren Oberflächen reagieren. Dazu gehören beispielsweise:
Eine einfache Regel für den Alltag lautet deshalb:
Kosmetik und Parfum zuerst verwenden – Schmuck anschließend anlegen.
So wird der direkte Kontakt mit entsprechenden Produkten reduziert.
Auch Schweiß kann beeinflussen, wie sich Schmuck beim Tragen verhält.
Seine Zusammensetzung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und kann sich beispielsweise durch Ernährung, körperliche Aktivität und weitere Faktoren verändern.
Deshalb können Hautverfärbungen zeitweise auftreten und später wieder verschwinden.
Nein. Eine Verfärbung der Haut reicht nicht aus, um die Qualität oder Echtheit eines Schmuckstücks zuverlässig einzuschätzen.
Wer wissen möchte, aus welchem Material ein Schmuckstück tatsächlich besteht, sollte stattdessen auf vorhandene Punzen achten oder eine professionelle Materialprüfung durchführen lassen.
Bei Gold können beispielsweise Kennzeichnungen wie 333, 585 oder 750 vorhanden sein. Bei Silber begegnet man häufig Punzen wie 800, 835 oder 925.
Auch eine fehlende Punze beweist allerdings nicht automatisch, dass ein Schmuckstück unecht ist.
Zunächst sollte geklärt werden, warum das Schmuckstück Spuren hinterlässt.
Hilfreich kann es sein:
Von Experimenten mit aggressiven Hausmitteln ist besonders bei wertvollem Schmuck oder Schmuck mit Edelsteinen abzuraten.
Treten starke Veränderungen an einem hochwertigen Schmuckstück auf, kann eine fachkundige Begutachtung sinnvoll sein.
Dabei lässt sich nicht nur das Material betrachten. Gleichzeitig können Zustand, Oberfläche, Fassungen und Verschlüsse kontrolliert werden.
Besonders interessant ist eine professionelle Prüfung bei:
So lässt sich besser beurteilen, ob eine Reinigung, Aufarbeitung oder Reparatur sinnvoll ist.
Manchmal ist ein Schmuckstück nicht nur verfärbt, sondern wird schon seit Jahren nicht mehr getragen.
Gerade bei geerbten Ringen, Ketten oder Armbändern kann sich dann eine Schmuckumarbeitung anbieten. Vorhandene Edelmetalle und Edelsteine können – abhängig vom jeweiligen Schmuckstück – in ein neues Design integriert werden.
So entsteht aus einem alten Schmuckstück ein neuer persönlicher Begleiter, während ein Teil seiner Geschichte erhalten bleibt.
Grüne oder dunkle Spuren auf der Haut können irritieren, sind aber allein kein zuverlässiges Qualitätsmerkmal. Legierungen, Schweiß, Kosmetik und äußere Einflüsse können dafür sorgen, dass sich Schmuck oder Haut beim Tragen verfärben.
Wer bei einem wertvollen, alten oder geerbten Schmuckstück Gewissheit haben möchte, sollte deshalb Material und Zustand professionell beurteilen lassen.
Nicht zwangsläufig. Grünliche Verfärbungen können durch Reaktionen bestimmter Legierungsbestandteile entstehen.
Silber kann mit schwefelhaltigen Verbindungen reagieren und dabei eine dunkle Oberflächenschicht bilden. Dieses Anlaufen ist bei Silber grundsätzlich möglich.
Auch bei Goldschmuck können Legierungsbestandteile und äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Eine Verfärbung allein reicht nicht aus, um die Echtheit zu beurteilen.
Je nach Material, Oberfläche und Zustand sind Reinigung und professionelle Aufarbeitung möglich. Das Schmuckstück sollte dafür zunächst individuell begutachtet werden.